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Goldakupunktur

Warum Goldakupunktur?
Wie hilft die Goldakupunktur?
Wer kommt in Frage?
Was wird gemacht?
Was ist nach einem Eingriff zu beachten?
Wieviel kann erwartet werden?

Die Goldakupunktur ist eine alternative Behandlungsmethode zur Linderung von chronisch schmerzhaften Gelenkserkrankungen.

Die Methode wurde Ende der 70er Jahre in den USA durch den Tierarzt Terry Durkes entwickelt. Seither wird sie erfolgreich in vielen Ländern der Welt zur Therapie bei Hüftgelenksproblemen, Kniegelenksveränderungen, Ellbogendysplasien, Wirbelsäulenveränderungen und weiteren Beschwerden zum Wohle der Tiere eingesetzt.

Warum Goldakupunktur?

Schmerzhafte Gelenkserkrankungen sind - wie beim Menschen auch - in der Hundepopulation sehr weit verbreite. Häufig sind sie Anlass zur Euthanasie, da die Dauerhaftigkeit und Intensität der Schmerzen ein Weiterleben trotz Medikamentengabe oder Operationen möglich macht. Die Dauergabe von Schmerzmitteln kann ausserdem zu Schädigungen der inneren Organe (Magen/Darm, Leber, Niere) führen.

Da unsere Hunde vorwiegend nicht nach gesundheitlichen Kriterien ausgewählt werden um in die Zucht zu gehen, sondern da mehr Wert auf das äussere Erscheinungsbild gelegt wird (jeder weiss, wie ein Schäferhund, ein Cockerspaniel, ein Dackel aussieht) können die in Kauf genommenen genetischen Defizite zu schmerzhaften Dauerzuständen bei den betroffenen Tieren führen.

Schmerzhafte Veränderungen an Muskeln, Sehnen und Gelenken entstehen als Folge von Schonhaltungen. Diese werden zur Vermeidung von Schmerzen eingenommen und führen zu Fehlbelastungen von nicht für diesen Stress geeigneten Strukturen. In der Folge entstehen wiederum Schmerzen, was den Teufelskreis Schmerz durch Verkrampfung der Muskulatur (Schonhaltung/Fehlbelastung)-> Dauerstress an ungeeigneten Gelenksbereichen-> Arthrose-> Schmerz durch Knorpelverschleiss plus muskulärer Verkrampfung aufrecht erhält.

Eine Schonhaltung wird bei Hunden sehr früh eingenommen und mit jedem Schritt, welchen der Hund tut, wirkt sie in o.g. Weise am Bewegungsapparat- und zwar am ganzen Körper und bei jedem Schritt!

Hierdurch ist erklärbar warum die meisten Hunde mit Problemen an den Hüften auch ähnliche Probleme an den Ellenbogen entwickeln. Die Umbelastung zur Vermeidung der schmerzhaften Bewegung aus der Hinterhand führt zu Überlastung der Vorderhand und hier ist das Ellbogengelenk die schwächste Stelle.

Diese Schmerzhaftigkeiten durch Überbelastung und Muskelverkrampfung sind lange vor den röntgenologisch darstellbaren, arthrotischen Veränderungen durch Spezialuntersuchungen nachweisbar. Oft sind die Fehlbelastungen für den Besitzer nicht erkennbar, da er an das eingespielte Bewegungsmuster seines Hunde gewohnt ist.

Wie hilft die Goldakupunktur?

Die Goldakupunktur ist eine Schmerztherapie.

Sie ändert an den vorhandenen Veränderungen nichts, aber sie reduziert die schmerzhaften Empfindungen und trägt damit zur Verbesserung des physiologischen Bewegungsablaufes bei. Dies verhindert die Schonhaltungen und deren o.g. Auswirkungen am ganzen Bewegungsapparat- und dies bei jedem Schritt!

Die eingebrachten Goldstücke führen zu einer Verminderung der vorhandenen Störungen an den gestörten Akupunkturpunkten. Ausserdem kommt es zur Senkung des pH- Wertes im gestörten, entzündlich veränderten Gewebe und hierdurch zu einer verminderten Wirkung von anregenden Stoffen an den schmerzvermittelnden Nervenendigungen. Auch die Ausschüttung von schmerzreduzierenden, körpereigenen Stoffen (sog. Endorphine) wird nachweislich durch die Akupunktur bewirkt. Dies geschieht durch die implantierten Goldstücke auf Lebenszeit und bei jedem Schritt. Somit kann der Schmerz nicht mehr so stark oder gar nicht wahrgenommen werden und der Bewegungsablauf wird dadurch verbessert. Die Ausbildung von Arthrosen (das Endstadium einer Fehlbelastung) kann vermindert oder sogar vermieden werden. Bereits vorhandene, arthrotische Veränderungen bleiben häufig auf dem zum Zeitpunkt der Implantation erreichten Stadium stehen.

 

Wer kommt in Frage?

Meist werden ältere bis alte Hunde behandelt, da bei diesen die meisten anderen Therapiemethoden schon durchgeführt wurden.

Wenn diese unbefriedigende Erfolge zeigen, sucht der Besitzer  (wie bei sich selber häufig auch) Hilfe bei alternativen Heilmethoden.

Auszuschliessen von einer Goldakupunktur sind sehr alte Tiere mit schlechtem Allgemeinbefinden, Hunde mit bösartigen tumorösen Veränderungen und solche mit sog. Gelenkmäusen (Absplitterungen von der Gelenkfläche , welche im Gelenkspalt liegen). Letzter müssen zunächst operativ entfernt werden.

Bei jungen Hunden ist der Einsatz der Goldakupunktur empfehlenswert zur Vermeidung oder Verminderung von bereits vorhandenen Schonhaltungen. In der Folge kann fehlbelastungsbedingten Dauerschäden am Bewegungsapparat vorgebeugt werden. Weitere Massnahmen können trotz Goldakupunktur noch durchgeführt werden.

 

Was wird gemacht?

Nach eingehender Gangbildanalyse, Triggerpunkt- und Schmerzuntersuchung sowie Röntgenuntersuchung der auffälligen Regionen werden mittels einer speziell hierfür entwickelten Injektionstechnik an gestörten Akupunkturpunkten ca. 2-4mm lange Gold- oder Platindrahtstücke implantiert.

Diese wachsen komplikationslos in das Gewebe ein und führen zu einer "implantierten Schmerztherapie", welche sich nicht verbraucht oder abschwächt . Sie wirkt lebenslang - bei jedem Schritt!

Der Eingriff wird unter einer schonenden Sedation durchgeführt und die Hunde stehen  nach Beendigung derselben sehr schnell wieder auf. Sie haben keinen Operationsschmerz wie bei invasiveren Methoden (künstliche Hüfte, Nervenschnitt, Oberschenkelkopfentfernung).

 

Was ist nach einem Eingriff zu beachten?

Im Gegensatz zu anderen Methoden,  besteht die einzige Nachsorge in der strikten Leinenführung über die anschliessenden zehn Tage. Diese dient nur der schonenden Heranführung an die neue Belastung und der Vermeidung von Muskelkater.

Eine Verlagerung ("Wandern") der eingebrachten Goldstücke findet nicht statt!

Ein Muskelkater kann jedoch extrem schmerzhaft sein und unter Umständen zu einer ersten, scheinbaren Verschlimmerung der Bewegungsprobleme führen. Durch eine unkontrollierte Bewegung in der Zeit nach der Implantation würde dies verstärkt werden.

 

Wieviel kann erwartet werden?

Bei  sachgemässer Durchführung und guter Nachsorge durch den Besitzer ist bei den Patienten ist mit einer deutlichen Verbesserung der Bewegungsablaufes und der Bewegungsfreudigkeit zu rechnen. Hierdurch steigt auch die Lebensqualität (für Hund und Besitzer).

Bei jungen Tieren kann eine Dauerschädigung der Gelenke durch die Normalisierung des Gangbildes verhütet werden und invasivere Massnahmen vermieden werden.

Bei älteren Tieren und besonders bei solchen mit röntgenologisch nachweisbaren, starken Veränderungen kann eine deutlichen Verbesserung erwartet werden. Jedoch wird ein mechanisch eingeschränktes Gelenk nur in seiner verbleibenden Bewegungsmöglichkeit benutzt werden können. D.h. aus einem alten, stark arthrotisch geplagten Tier wird kein junger "Hüpfer" mehr.

 

Falls Sie noch weitere Fragen zur Goldakupunktur haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an uns. Wir helfen Ihnen - und Ihrem Hund - gerne weiter.

 

Copyright: Wilms, prakt. Tierärztin

 

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