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Die Schutzimpfung beim Kaninchen

Myxomatose

Myxomatose ist eine gefährliche Erkrankung, die jeder Kaninchenhalter kennen sollte. Es handelt sich hier um eine Viruserkrankung, die immer wieder eine hohe Ausbreitungs- als auch Sterberate verzeichnet.

Das Myxomatosevirus gehört zu der Familie Pockenviren. Er ist nicht auf andere Tiere oder Menschen übertragbar. Nach einer überstandenen Krankheit ist der Virus noch bis zu 6 Monate im Organismus des Tieres aktiv.

Übertragung

Übertragen wird das Virus auf viele Arten. Durch blutsaugende Insekten wie Stechmücke und Kaninchenfloh wird es häufig übertragen, vor allem der Kaninchenfloh ist hier als Hauptüberträger zu nennen. Ebenso kann das Virus durch Milben, Zecken und Läuse übertragen werden. Eine Übertragung durch Futter ist ebenso möglich, vor allem gesammeltes Grünfutter steht in Verdacht den Virus zu übertragen. Fliegen können den Virus übertragen. Aber auch von Kaninchen zu Kaninchen oder von Mensch zu Kaninchen wird er übertragen. Es ist also kaum möglich, sich vor dem Virus sicher zu schützen. Nur eine Impfung bietet sicheren Schutz.

Krankheitszeichen

Die Anzeichen der Myxomatose sind nicht einheitlich, sie hängen von vielen Faktoren ab. Die Inkubationszeit des Virus beträgt nur 3 - 5 Tage. Anzeichen einer möglichen Infektion können sein: Schwellungen an den Augen, Augenausfluss, Ödeme, andere Infektionen. Es gibt 3 mögliche Verlaufsformen einer Infektion. Bei der Akuten Verlaufsform sieht man geschwollene Augenlider (Bindehautentzündung), später weitere Anschwellungen im Kopfbereich (Augen, Nase, Lippen, Ohren) und eitriges Augensekret, später auch Fieber und Ödembildung am ganzen Körper. Zu beginn der Krankheit sind die Tiere noch recht munter und nehmen gut Futter auf, nach 1 - 2 Wochen stellen sie die Nahrungsaufnahme ein und versterben. Bei der Perakuten Verlaufsform sind die Anzeichen weniger Ausgeprägt, meist erkennt man nur eine Anschwellung im Augenbereich die oft mit einer harmlosen Bindehautentzündung verwechselt wird, die Tiere sterben innerhalb weniger Tage. Bei der Chonischen Verlaufsform bilden sich vor allem am Kopf und an den Läufen Knoten und Ödeme, gesunde Tiere können so eine Infektion überleben.

Die Myxomatose ist nicht heilbar, auch wenn Antibiotika und andere Medikamente unterstützend eingesetzt werden, sterben die meisten Tiere an der Myxomatose. Überlebt ein Tier, überträgt es auch noch Monate nach der Erkrankung das Virus und wird nicht immunisiert.

In Deutschland und Östereich ist die Impfung das beste Mittel gegen Myxomatose In der Schweiz ist die Myxomatoseimpfung nicht zugelassen.

Es gibt verschiedene Impfstoffe die auf verschiedenen Wegen eingebracht werden. Normalerweise wird subkutan gespritzt.

Bei Jungtieren wird eine Grundimmunisierung vorgenommen: 1. Impfung im Alter von 4-6 Wochen, Wiederholungsimpfung nach 4 Wochen, weiterer Impfmodus: alle 6 Monate.

Sollte Ihr älteres Kaninchen bisher nicht geimpft worden sein und Sie möchten das nun nachholen empfehlen wir die 1. Impfung Anfang März/April und eine Wiederholungsimpfung nach 4 Wochen, weiterer Impfmodus: alle 6 Monate.

Alle Tiere sollten grundsätzlich 2 x im Jahr geimpft werden. Idealerweise impft man Anfang März/April. Eine weitere Impfung kann dann schon nach 5 Monaten erfolgen, damit im Spätsommer wenn es viele Blutsaugende Insekten gibt ein Impfschutz gewährleistet ist. Der Impfschutz hält 6 - 9 Monate.

Auch wenn es in einem Jahr kaum Myxo Fälle gibt, müssen Sie trotzdem 2 x im Jahr impfen lassen. Durch Impfmüdigkeit kann sich die Seuche weiter ausbreiten und wird im nächsten Jahr umso heftiger zuschlagen! Der Virus hält sich 6 - 7 Monate, es ist also trotz der sinkenden Gefahren im Winter ebenfalls zu impfen. Zusätzlicher Schutz bieten Sauberkeit und Vorsicht.

 

RHD

RHD ist eine über die ganze Bundesrepublik verbreitete, häufig tödlich verlaufende Virusinfektion des Kaninchens.

Potentiell gefährdet sind nahezu alle Kaninchen. Denn für eine Ansteckung gibt es zahlreiche Möglichkeiten und Wege, sei es etwa über Wild- oder Hauskaninchen, über Grünfutter, Insekten oder gar über den Menschen als Zwischenträger des Virus.

Eine Behandlungsmöglichkeit gegen die RHD gibt es nicht. Aber einen Impfstoff. Schützen sie das Leben ihres Tieres deshalb durch eine RHD-Impfung!

Übertragung

Für das Kaninchen sind die Möglichkeiten eine Ansteckung mit dem RHD-Erreger zahlreich. So kann eine Übertragung durch direkten Kontakt von Tier zu Tier - über Ausscheidungen, infiziertes Nasen- oder Augensekret - sowie durch Insekten erfolgen. Stechmücken und Kaninchenflöhe nehmen das Virus beim Blutsaugen auf und übertragen es auf andere Kaninchen. Deshalb ist gerade in der warmen Jahreszeit das Risiko einer Infektion ausgesprochen hoch.                                                                                                                          Eine besondere Bedeutung kommt der indirekten Übertragung durch Grünfutter, einstreu, Transport- und Austellungsbehältnisse, Trink- und Futtergefäße zu, bleibt der Erreger doch über Wochen und Monate ansteckungsfähig.                                                                                                                              Auch der Mensch kann über Kleidung und Hände Zwischenträger des Erregers sein und so das Virus übertragen.

Selbst eine Tröpfcheninfektion über die Luft ist möglich.

Jungtiere bis zum Alter von 4 bis 6 Wochen erkranken selten. Sie können jedoch das RHD-Virus ausscheiden und somit eine Ansteckungsquelle darstellen.

Krankheitszeichen

Bei einem sogenannten perakuten Krankheitsverlauf stirbt das Tier plötzlich, ohne das Anzeichen einer Erkrankung erkennbar waren.                                                                                                                Weit verbreitet ist die akute Form der RHD: Das Tier ist stark benommen, blutet schaumig aus Nase und Mund, leidet an Krämpfen. Der Tot tritt 2 - 3 tage nach Auftreten der ersten Symptome ein.

Ein milder Krankheitsverlauf ist möglich, wenn einzelne oder alle Tiere im Bestand einen Teilschutz aufweisen oder es sich um ein weniger pathogenes RHD-Virus handelt. Typische Anzeichen der Erkrankung sind kaum erkennbar. So erscheint das Kaninchen über einen Zeitraum von 3 - 4 Tagen teilnahmslos, mag nicht fressen, fast Fieber, kann den Erreger aber bis zu 4 Wochen ausscheiden und somit die Krankheit weiter übertragen. Dadurch stellt das Kaninchen eine Gefahr für den Bestand dar.

Charakteristsisch für an RHD verendete Kaninchen ist ein nach hinten gebogener Kopf (bedingt durch vorangegangenen Krämpfe) sowie ein blutig-schaumiger Nasenausfluss.

Die Grundimmunisierung d.h. der erstmalige Aufbau eines Impfschutzes, erfolgt bei Jungkaninchen im Alter von   8 - 12 Wochen.                                                                                                                               In Gebieten und Beständen mit einem hohen Infektionsrisiko wird jedoch eine frühere Impfung empfohlen

Nach der Grundimmunisierung erfolgt die Auffrischungsimpfung in jährlichem Abstand. Nur so wird gewährleistet, dass ihr Kaninchen dauerhaft geschützt ist.

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